Adventszeit – Crambambulizeit

Traditionell läutet die Aktivitas die Adventszeit mit der Crambambulikneipe ein; dieses Jahr am 26. November. Bei dieser beliebten Veranstaltung wird auf zeremonielle Art und Weise eine Feuerzangenbowle gebraut, die im nachfolgenden näher beschrieben wird.

 

Crambambuli – das ist der Titel

Woher rührt eigentlich der Ausdruck Crambambuli (in Deutschland und Österreich auch in der Schreibweise Krambambuli)? Hergeleitet wird dieses Wort von Kranewitt das sich aus den mittelhochdeutschen Wörtern Kranech = Krächzer und wit = Holz zusammensetzt: Krächzerholz, so nannte man einen Strauch, dessen Früchte eine besondere Drosselart, die heisere Laute ausstösst, bevorzugt, nämlich die Wacholderdrossel. Der Krambambuli war somit ursprünglich ein Wacholderschnaps.

Die Likörfabrik Der Lachs von Isaak Wed-Lings Wittib und Eydam Dirck Hegger in Danzig, die bis 1945 existierte, benannte einen von ihr produzierten Kirschlikör Krambambuli. Berühmt wurde dieser Likör durch das Lied Der Krambambuli. Ein Loblied über die gebrannten Wasser im Lachs zu Dantzig von Christoph Friedrich Wedekind (1709 – 1777). Der Erstdruck dieses Liedes erfolgte im Jahre 1745 (siehe unten).

 

Traditionelles Crambambuli Rezept – Unterschied zur klassischen Feuerzangenbowle

Crambambuli hat nichts mit pappig-süssen Glühweinen zu tun, welche auf Weihnachtsmärkten angeboten werden und oft überzuckert und viel zu Zimt-Nelken-lastig sind.

Das Geheimnis des heissen Getränkes – dieser studentische Feuerzangenbowle – liegt neben dem obligatorischen trockenem Rotwein, dem mind. 54%-igem Rum und dem Zuckerhut, an der Zugabe von starkem schwarzen Tee, Orangen- und Zitronensaft.

 

Mengen

  2 Liter 10 Liter
Rotwein trocken (z.B. Pinot Noir, Merlot, Cabernet Sauvignon, Syrah; keine Barrique-Weine!) 1 Flasche (= 0.75L) 5 Flaschen (= 3.75L)
Starker Schwarztee (z.B. Assam, Irish Breakfast) 0.75L 3.75L
Rum (min 54%, besser 80%) 0.25L 1.25L
Orangen / Orangensaft frisch gepresst 2 (0.18L) 10 (0.9L)
Zitronen / Zitronensaft frisch gepresst 1 (0.09L) 5 (0.45L)
Zuckerhut (250 g) 1 5

 

Zubereitung

Wasser zum Kochen bringen und den Schwarztee 3 bis 5 Minuten ziehen lassen. In einem Topf den Rotwein erhitzen bis er fast kocht (optimal ca. 76°C). Den Saft der Orangen und Zitronen auspressen. Den Saft durch ein Sieb geben, damit das Fruchtfleisch anschliessend nicht im Crambambuli ist.

Umfüllen & Rechaud einstellen: Heissen Tee, Rotwein und Saft in den Bowlentopf umfüllen. Das Rechaud anzünden und so einstellen, dass der Inhalt fast kocht (die Flüssigkeit darf knistern).

Den Zuckerhut auf den Zuckerhutzange legen und mit Rum tränken. Der Zuckerhut soll getränkt sein, sollte aber dann gleich angezündet werden, da er durch längeres stehenbleiben nicht mehr so gut abbrennt. Kellenweise den Rum über den Zuckerhut giessen und abbrennen lassen. Das Abbrennen sollte möglichst langsam vor sich gehen, damit der Zucker schmilzt und karamellisiert in den Bowlentopf tropft.

Wenn der gesamte Zuckerhut abgebrannt ist, das Crambambuli in Gläser / Tassen füllen und heiss geniessen.

Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten

 

Wer nicht auf die weihnachtliche Gewürznote verzichten möchte, kann dem Rotwein vor dem Einkochen wenig! Zimt (Stangen), Kardamom, Ingwer und etwas Honig beigeben. Hier findet sich eine Videoanleitung, welche relativ nahe an das obige Originalrezept heran kommt.

 

Die wichtigsten Utensilien für ein Crambambuli bzw. einer Feuerzangenbowle sind ein grosses Gefäss, das man auf ein Rechaud stellen kann und die Zuckerhutzange. Zudem eine feuerfeste Kelle mit der man den Rum in Portionen über den Zuckerhut giesst und abbrennen kann.

 

 

Crambambuli – das Lied

Crambambuli ist auch der Titel eines Liedes, das von Christoph Friedrich Wedekind (1709 – 1777) im Jahr 1745 mit unfassbaren 102 Strophen gedichtet und veröffentlicht wurde. Die erste Strophe lautet:

 

1. Crambambuli, das ist der Titel des Tranks, der sich bei uns bewährt;
er ist ein ganz probates Mittel, wenn uns was Böses widerfährt.
: Des Abends spät, des Morgens früh trink' ich mein Glas Crambambuli,
Cram - bimbam - bambuli, Crambambuli! :

 

Die Wengia singt traditionell 8 Strophen die man hier findet; inkl. Hörprobe.

 

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